
Durch Sachsen-Anhalt führen seit Menschengedenken zahlreiche Wasserwege, treffen Handelswege aus Ost, Süd, Nord und West aufeinander.
In den Zeiten des Kalten Krieges war die Elbe durch die innerdeutsche Grenze von Nord- und Ostsee abgeschnitten, konnten Sportbootfahrer die West-Ost-Achse vom Ruhrgebiet über den Mittellandkanal und Elbe-Havel-Kanal bis zur Oder nicht durchgängig befahren. Dies führte dazu, dass über Jahrzehnte keine Entwicklung der Infrastruktur für den Wassersport und Wassertourismus erfolgte. Diese vielen negativen Wirkungen für die Schifffahrt und den Wassertourismus in der jüngeren deutschen Geschichte haben jedoch auch dazu geführt, dass der östliche Teil der Elbe und die Saale im Gegensatz zu den westlichen Binnengewässern von der grassierenden Betonier- und Ausbaumanie nahezu völlig verschont geblieben sind. Die Natur nahm sich in dieser Region seit jeher mehr Zeit und entwickelte sich über die Jahrhunderte. Heute gehören Elbe und Saale zu den letzten großen naturnahen Flusslandschaften in Europa, deren Lauf kaum verändert wurde.
Die erkennbaren touristischen Potentiale der einzigartigen Landschaft und die Bedeutung der zahlreichen Kulturstätten an den Ufern der Flüsse und Kanäle waren 1995 der Anlass für das Projekt „Blaues Band in Sachsen-Anhalt", welches durch das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit des Landes initiiert wurde.
Ziel des Projektes war die Herstellung der wasser- und landseitigen Infrastrukturen für die Entwicklung des Wassertourismus auf der Basis einer fundierten fachlichen Konzeption. Bis zum Jahr 2005 wurden an mehr als 50 Einzelstandorten durch Städte und Gemeinden sowie durch private Investoren erhebliche Investitionen getätigt, haben ausgewählte Vereine mit öffentlicher Unterstützung und aus eigener Kraft ihre Angebote stetig verbessert. Heute ist das einst visionäre wassertouristische Netzwerk bis auf wenige Ausnahmen realisiert und bietet den Gästen aus Nah und Fern den erforderlichen Service.